Das Thema Ernährung wird beim Motorradfahren oft unterschätzt. Dabei hat das, was und wann wir essen und trinken, einen erheblichen Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit, Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit. Wer schon mal nach einem üppigen Mittagessen auf die Rennstrecke gegangen ist, weiß wovon ich rede. Die Kombination aus vollem Magen, Hitze im Lederkombi und den G-Kräften beim Bremsen ist nicht gerade angenehm.
Vor dem Fahren
Die letzte größere Mahlzeit sollte etwa zwei bis drei Stunden vor dem Fahren eingenommen werden. So hat der Körper genug Zeit für die Verdauung und das Blut steht wieder für andere Aufgaben zur Verfügung. Kurz vor dem Fahren empfehlen sich leicht verdauliche Snacks wie Bananen, Müsliriegel oder ein paar Nüsse. Diese liefern schnell verfügbare Energie ohne den Magen zu belasten.
Was man definitiv vermeiden sollte sind fettige, schwere Speisen und große Mengen an Kohlenhydraten. Die berühmte Currywurst mit Pommes am Imbiss der Rennstrecke ist als Mittagessen eine denkbar schlechte Idee. Besser geeignet sind leichte Mahlzeiten mit einem ausgewogenen Verhältnis von Proteinen und komplexen Kohlenhydraten.
Pro-Tipp: Bereitet euch eure Verpflegung zu Hause vor und nehmt sie mit. So seid ihr nicht auf das Angebot vor Ort angewiesen und könnt sicherstellen, dass ihr das Richtige esst. Ein paar belegte Brote, etwas Obst und Nüsse sind schnell eingepackt und machen einen echten Unterschied.
Flüssigkeit
Die Flüssigkeitszufuhr ist mindestens genauso wichtig wie das Essen, wenn nicht sogar wichtiger. Im Lederkombi bei sommerlichen Temperaturen schwitzt man erheblich mehr als man denkt. Dehydration führt zu Konzentrationsproblemen, verlangsamten Reaktionen und im schlimmsten Fall zu Kreislaufproblemen.
Die Faustregel lautet: Trinken bevor der Durst kommt. Wenn man erst trinkt wenn man durstig ist, ist der Körper bereits dehydriert. Ideal sind Wasser, ungesüßte Tees oder isotonische Getränke. Von stark zuckerhaltigen Getränken und Energy-Drinks sollte man die Finger lassen, der Zucker-High ist nur von kurzer Dauer und wird von einem Tief gefolgt.
Kaffee in Maßen ist in Ordnung, er wirkt sogar leicht leistungssteigernd. Aber Vorsicht, Koffein wirkt auch harntreibend und der Gang zur Toilette im Rennleder ist bekanntlich nicht die schnellste Angelegenheit.
Pro-Tipp: Plant eure Trinkpausen. Zwischen den Sessions auf der Rennstrecke oder bei Pausen während einer Tour solltet ihr bewusst trinken. Eine Trinkflasche am Motorrad oder im Zelt griffbereit zu haben ist Gold wert.
Während des Fahrens
Auf der Rennstrecke gibt es naturgemäß keine Pausen zum Essen oder Trinken, aber auch bei längeren Touren sollte man regelmäßige Pausen einlegen. Alle ein bis zwei Stunden eine kurze Pause zum Trinken und vielleicht einem kleinen Snack hält den Energielevel konstant und beugt Ermüdung vor.
Für die Rennstrecke gilt: Zwischen den Sessions Zeit nehmen, den Helm absetzen, was trinken und vielleicht eine Banane oder einen Riegel essen. Das hält einen über den ganzen Tag fit und leistungsfähig.
Nach dem Fahren
Nach dem Fahren gilt es, die Speicher wieder aufzufüllen. Jetzt darf es auch mal etwas mehr sein. Eine ausgewogene Mahlzeit mit Proteinen für die Muskelregeneration und Kohlenhydraten zum Auffüllen der Glykogenspeicher ist ideal. Und natürlich weiter trinken, der Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen werden.
Das Feierabendbier schmeckt zwar gut, sollte aber erst nach ausreichender Rehydration genossen werden. Alkohol entzieht dem Körper zusätzlich Wasser und behindert die Regeneration. Also erst Wasser, dann Bier.
Grundsätzliche Ernährung
Neben der Ernährung am Fahrtag spielt natürlich auch die allgemeine Ernährung eine Rolle. Wer sich generell ausgewogen und gesund ernährt, hat eine bessere Grundfitness und ist widerstandsfähiger gegen Stress und Belastung. Das bedeutet nicht, dass man zum Asketen werden muss, aber ein bisschen auf das achten was man isst schadet nicht und macht sich auf dem Motorrad bemerkbar.