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Linie

Fri, 14 Apr. 2017 by Thomas Bendler, approximately 3 minutes to read.


Ein gerne oft und heiß diskutiertes Thema im Fahrerlager auf der Rennstrecke ist das Thema Ideallinie. Das Gute vorweg, es gibt sie nicht. Das mag jetzt im ersten Moment seltsam klingen, ist aber so. Es gibt keine ideale Linie, zumindest nicht die eine Linie, die immer die richtige ist. Die Ideallinie ist abhängig von der Situation und in Folge dessen gibt es immer nur eine der Situation bestmöglich angepasste Linie. Der Grund sind die vielen Faktoren, die bei der Linienwahl eine Rolle spielen.

Zum Beispiel, man ist komplett alleine auf der Rennstrecke unterwegs, fährt eine 600er und möchte eine so schnelle Runde wie möglich drehen. Bezogen auf die Linie wird das Hauptaugenmerk auf dem Kurvenausgang liegen um hier mit möglichst viel Geschwindigkeit herauszukommen. Gut, das versucht man eigentlich immer, aber die Frage ist wie kommt man dort hin. Eine 600er hat in der Regel weniger Leistung als eine 1000er und einfach am Kurvenausgang den Hahn aufreißen funktioniert nicht so richtig. Gerade leistungsschwächere Motorräder versucht man so durch die Kurve zu bringen das man möglichst viel Geschwindigkeit mitnimmt denn die Stärke ist nicht die Leistung am Kurvenausgang. Also versucht man die Kurve weit außen anzufahren um einen möglichst runden, am besten sich nach hinten heraus öffnenden Kurvenradius zu bekommen der es einem ermöglicht in der Kurve schnell zu sein und möglichst früh das Gas öffnen zu können.

Auf einer 1000er bzw. auf einem leistungsstarken Motorrad versucht man stattdessen die Zeit in Schräglage möglichst gering zu halten um das Bike so schnell wie möglich wieder gerade stellen zu können. Ab jetzt kann man den Vorteil der Leistung voll ausnutzen da das Hinterrad wieder die volle Aufstellfläche hat und die Leistung bestmöglich auf den Boden bringen kann. Optisch erinnert diese Linie an ein Dreieck. Dies kann man z.B. auch in der MotoGP beobachten. Vergleicht man die Moto3 mit der MotoGP so ist die Geschwindigkeit im Kurven Scheitelpunkt bei der Moto3 oft höher als in der MotoGP aus den gerade genannten Gründen.

Neben Linien, die in erster Linie dazu dienen einen Kurs so schnell wie möglich zu umrunden gibt es natürlich auch Linien, die dazu dienen dem Gegner auf der Strecke seiner Stärken zu berauben. Dies wir auch als Kampflinie bezeichnet. Hier geht es nur darum die Linie so zu wählen das der Gegner keine Chance hat zu überholen. Dazu wird am Kurveneingang die Innenseite “zu gemacht” und am Kurvenscheitelpunkt die Geschwindigkeit soweit verzögert das am Kurvenausgang ein ausbeschleunigen nicht möglich ist. Diese Linie kommt meistens zum Ende eines Rennens zum Einsatz, wenn man seine Position halten möchte (zum Beispiel, weil der Reifen nicht mehr frisch genug zum attackieren ist) und der oder die folgenden Fahrer eigentlich zu dem aktuellen Zeitpunkt schneller wären. Um nochmal auf das Thema Linie und Situation zu sprechen zu kommen, in einem Rennen fährt man normalerweise eine Mischung aus Qualifier-Linie (so schnell wie möglich) und Kampflinie (es dem Gegner schwer machen zu überholen).

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich auch völlig falsche Linien. Ein Beispiel ist in der folgenden Grafik dargestellt:

Ideallinie Bild 1
Ideallinie Bild 1.

Wenn am Kurveneingang zu früh eingelenkt wird steht der Apex oder auch Scheitelpunkt der Kurve quasi im Weg und der Kurvenausgang geht komplett in die Hose. Dies ist übrigens ein Fehler den speziell Rennstrecken Neulinge gerne machen. Die Grundregel ist also das ein spätes einlenken (im Straßenverkehr auch hinter schneiden genannt) der Schlüssel zum Erfolg ist. Der Rest ist, wie bereits geschrieben, stark Situationsabhängig.


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